2019.11.15 Erster Welllentag in Zapala

Nach unser Ankunft in Zapala, mussten wir uns erst einmal einrichten, was uns das Wetter recht leicht gemacht hat. Am zweiten Tag gab es recht gutes Thermikwetter und der dritte Tag mit gemischtem lokalem Thermik- Wellenwetter, wurde zum üben und kennenlernen der lokalen Verhältnisse genutzt.

Mit dem 15.11.2019 kam dann der Wind und der erste größere Wellentag!

Damit war Frühstart angesagt, was heißt um 04:00 Uhr aufstehen, kurzes Frühstück und dann nichts wie raus zum Flugplatz. Da unsere Truppe mit Juan Pablo Verdura zuwachs bekommen hat, ein argentinischer Segelflugpilot mit einem Ventus 2M, hatten wir auch ein Transferfahrzeug zur Verfügung.

Nach dem Check der Flugzeuge bei einem Bodenwind bis 50 km/h waren wir 2 min nach Sonnenaufgang in der Luft.

Morgenstimmung kurz vor Sonnenaufgang

In kurzer Folge startete Klaus mit Sidonie, Johannes, Juan ( genannt Tado) und Thomas mit Diether. Immer gegen den Wind an, der nun mit 79- 80 km/h blies, ging es nach Westen in Richtung Berge. Nach ca. 19 km dann der Einstieg in die Welle die uns mit gutem Steigen auf 6.000 m brachte.

Geplant war ein Flug Richtung Süden zum Lago Buenos Aires und dann nach Norden nach Malargüe und wieder zurück nach Zapala.

Den Föhnlücken nach Süden folgend ging es Richtung Bariloche. Aufgrund der stark vorherrschenden Feuchte, waren diese nur sehr schwach ausgeprägt und je weiter wir nach Süden kamen wurde die Bewölkung immer dichter.

Noch sind die Föhnlücken breit und gut auszumachen

Über Bariloche dann absinkende Basis und leichter Regen. Wir machten nochmals maximale Höhe um vieleicht aus 6.000 m zu sehen, ob es südlich von Bariloche wieder Föhnlücken gibt. Aber auch aus dieser Höhe war die Situation nach Süden schwer einzuschätzen. Nach kurzer Absprache entschieden wir uns wieder nach Norden zu fliegen, im Nachinein betrachtet die absolut richtige Entscheidung.

Wir folgen unserem Track vom Hinflug und kommen gut nach Norden voran. Schnell sind wir wieder auf der Höhe von Zapala und fliegen in das Longopue´ Tal ein. Auch hier gut angezeichnete Wellenstrukturen. Im Geradeausflug geht es am Westrand des Tales direkt zur Cordiliere de Viento. Sie funktioniert perfekt mit Wellen Steigwerten von 4 – 5 m/s und weiter geht es nach Norden. Wir kommen schnell zum Domuyo, dessen Gipfel sich unter einem Wolkenkäppchen versteckt.

Domuyo

Weiter geht es nach Norden an der Laguna Fea und der Laguna del Maule, welche schon auf der chilenischen Seite liegt, vorbei.

Laguna del Maule

Die Wellenaufwinde lassen erst kurz vor dem Abfall der Berge Richtung Malargüe nach. Wir entscheiden uns östlich zurück zu fliegen. Über die Cordieliere de Vento und die Longopuhe´ Welle geht es mit hoher Gewschwindigkeit wieder nach Süden bis auf die Höhe von Zapala zurück.

Da die Zeit noch nicht weit fortgeschritten ist, entscheiden wir uns nochmals nach Norden zu fliegen. Im Gegensatz zum ersten Flug nach Norden queren wir nach der Longopuhe´ Welle südlich der Cordiliere de Vento in Richtung Nordost ins Rio Grande Tal, da dort herrliche große Lentis stehen. Die Trommenwelle hält was sie optisch vespricht, mit 8 – 9 m/s geht es auf 7.300 m! Wir surfen den Lentistrukturen folgend nach Norden dem Rio Grande Tal folgend.

Kurz vor Malargüe läßt die Bewölkung nach und wir drehen wieder um Richtung Süden.

Nördlich des Trommen queren wir wieder Richtung Südwest in die Cordiliere de Vento. Sie funktioniert wieder hervorragend und bringt uns die Höhe für ein entspanntes heimgleiten Richtung Zapala, wobei wir natürlich noch die Longopuhe´ Welle nutzen.

Nach 13 Stunden Flugzeit und 2.040 km landen wir wieder in Zapala.

2019.11.06 Auf nach Zapala

Unser Hotel, in das uns unsere Freunde untergebracht hatten, war eine alte Olivenölmühle, die mit viel Charme um Hotelzimmer erweitert wurde. Wir hätten gerne eine Flasche Olivenöl mitgenommen, aber unsere Flugzeuge waren mehr als voll beladen.

Nach einem etwas spartanischen Frühstück holte uns Frederico ab, um uns wieder zum Flugplatz zu bringen. Nachdem Johannes am Tag vorher Probleme mit seiner Bremse hatte, wollte er diese unbedingt vor dem nächsten Flug nachstellen. Dazu mussten die beiden Flügel abgenommen werden, was selbst mit 5 Mann nicht einfach zu realisieren war. Immerhin wiegt eine Fläche 140 kg! Nach zwei Stunden Arbeit war die Reparatur bzw. das Nachstellen geschafft und nach der Aufgabe der Flugpläne konnte es los gehen.

Eine funktioniernde Bremse ist ein absolutes muss!

Der Wetterbericht sagte für den ersten Teil der rund 700 km Thermik und südlich von Malargüe Wellenaufwinde voraus. Das müsste doch zu schaffen sein?

Kurz vor 13:00 Uhr starteten die beide Stemme gefolgt vom Schlepp der Antares. Johannes wollte seine Batteriekapazitäten schonen und nutzte deshalb das Angebot eines Flugzeugschlepps. Schon im Querabflug der Platzrunde stand der erste Bart und schnell wurde der Motor abgestellt und beim Schlepp ausgeklinkt. Die Arbeitshöhe von rund 600 – 700 m bei einem Gelände mit Weinbergen, Olivenhainen und Obstplantagen mit nahezu keinem Aussenlandefeld war nicht gerade beruhigend, von daher wählten wir den Weg nach Süden Richtung des Flugplatzes Rivadavia. Die Basis hatte sich bis dahin nicht wirklich angehoben, sodass wir uns vorsichtig in die von dort beginnenden Pampas vortasteten. Unser Problem war, dass das Gelände stetig anstieg, aber leider die erreichbaren Thermikhöhen nicht.

In rund 300m über einer wild aussehenden Sandgrube der erste stärkere Bart, der uns auf 2.000 m trägt und uns eine Arbeitshöhe von 1.200 m bringt. Langsam aber stetig geht es weiter nach Süden. Wir verlegen unsere Route mehr Richtung Berge, in der Hoffnung auf höhere Arbeitshöhen. Die Entscheidung war richtig, so können wir mehrmals auf 5.500 m steigen.

Die Pampa ist weit und die Aussenlandemöglichkeiten sehr begrenzt

Um Malargüe wird es wieder zäh. Bis auf 300 m geht es im Gleitbereich des Flugplatzes herunter und mühsam tasten wir uns weiter nach Süden, wo die Wellen stehen sollen.

Blick nach Westen

Je weiter wir nach Süden kommen, desto stärker wird der Westwind und ermöglicht uns im Hangflug Höhe zu gewinnen. Kurz vor dem Rio Grande Tal dann schwaches aber laminares Steigen!

Endlich sind die Wellen da!

Da Johannes eine etwas andere Route gewählt hat, müssen wir etwas warten bis er wieder aufgeholt hat. Langsam wird die Zeit knapp – ob sie uns noch bis Zapala reicht?

Nach Süden finden wir immer wieder im Blauen Wellen, die uns ein Vorankommen sichern. Östlich des Tromen, dem Hausberg der Fliegerkameraden aus Chos Malal beutelt es uns nochmals so richtig durch. Der Wellenaufwind wechselt sich immer wieder mit starker Turbulenz ab, das Fliegen nur noch mit Vollausschlag bedingt. Dennoch nach einem anstrengenden Rodeo erreichen wir die komfortable Ausgangshöhe von 6.500 m. Nun schnell weiter Richtung Süden!

Mit letztem Büchsenlicht landeten wir in Zapala und waren heil froh die Strecke doch noch geschafft zu haben.

2019.11.05 Sprung über die Cordilliera de Andes

Nachdem Johannes nach seinem Eintreffen in Südamerika schon mehrere Tage in Olmue´ zur Vorbereitung seiner Antares und zum Einfliegen war. Klaus auch wieder zurück nach Olmue´gekehrt war und Thomas seinen Urlaub in der Atacama beendet hatte, stand nun der geplante Sprung über die Cordilliere von Olmue´ nach Mendoza an.

Da die Antares 23e nur eine elektrische Autonomie von ca. 1 Std. hat, war die Herausforderung die Strecke überwiegend im Segelflug zu bewältigen. Zudem ein Flug nach Santiago Airport für Zoll und Migration auszuschließen war, da dies einfach zu viel Energie für Start, Landung und Rollen bedeutet hätte.

Wir mußten einen Platz finden auf dem wir zur Schonung der Energiereserven der Antares einen Flugzeugschlepp machen konnten und ebenso Zoll und Migration.

Klaus stellte Cergio, Vorsitzender des Aero Club Valparaiso, einfach die Frage ob man nicht Olmue´ internationalisieren könnte? Gefragt – getan Cergio setzte alle Hebel in Bewegung und konnte nach einem halben Tag Anträge schicken, Telefongespräche führen, Formulare ausfüllen, Rückfragen beantworten gegen Abend vermelden, für morgen wird der Flugpatz Olmue´ internationalisiert! “Olmue´ International Airport”

Zur Durchführung bekamen wir die Mitteilung, dass Polizei, Zoll und Migration am nächsten Tag von Santiago nach Olmue´ kommen würden, um uns vor Ort abzufertigen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf zum Flugplatz unsere Flieger herrichten, Tanken und unser bescheidenes Gepäck einpacken. Pünktlich um 11:00 Uhr waren alle drei Flieger und die Schleppmaschine, eine Boing Stearman, fertig zum Abflug.

Fertig zum Abflug

Kurz nach 12:00 Uhr trafen die drei Herren kurz nacheinander ein, um auf der Veranda von Cergios´s Cabana die Abfertigung durchzuführen. Für jeden von uns 6 Formulare “Declaration General” die jeweils von allen gestempelt und unterschrieben werden mußten. Die Herren waren sehr freundlich und nach rund 20 min waren wir mit sämtlichen Formalitäten fertig.

Zwei Welten treffen aufeinander – fliegerische Gründerzeit auf elektrifizierte Neuzeit

Nun konnte es los gehen! Um Johannes Akkukapazität zu schonen, wollte er sich so weit wie möglich nach Nordosten schleppen lassen. Es kam aber anders, durch eine Böhe in 300 m klinkte das Schleppseil aus. Es trug aber schon etwas am Hang und Johannes entschied lieber Höhe zu machen als nochmals zu landen.

Nacheinander hoben die D-KYTH und die D-KKOP ab um ihm zu folgen. Am Hang ging es mit leichtem Steigen aufwärts. Am Roble kamen wir leicht über Gipfelhöhe und flogen ab nach Norden. Westlich dem Höhenkamm folgend an San Felipe vorbei. Nördlich des Tome dann ein sehr zerissener Aufwind auf 3.400 m.

Weiter geht es nach Norden, dann der Absturz bei der Talquerung in Richtung auf den Paridas. Es geht mit 10 bis 12 m/s hoch turbulent nach unten! Jetzt aber Gas geben!

Wir folgen dem Hang und das massive Saufen läßt Gott sei Dank nach. Wir fliegen bei leichtem Steigen weiter nach Osten und können genau nördlich des Aconcagua, der sich hinter Wolken versteckt, nochmals richtig Höhe auf 5.500 m machen.

Hiermit ist die Endanflughöhe auf Mendoza mehr als erreicht. Nun gilt es nur noch die Höhe abzugleiten und zu landen.

In Mendoza angekommen, werden wir am Vorfeld mit dem großen Flugplatzbus abgeholt und zur Abfertigung gebracht. Zuerst Migration , dann Polizei, dann ANAC, dann Zoll und zuletzt zur EANA wo wir unseren neuen Flugplan gleich abgeben durften.

Danach gleich wieder ins Flugzeug und die rund 40 km weiter nach San Martin de Mendoza, wo von wo es am nächsten Tag einfacher ist wieder zu starten.

Dort angekommen wurden wir von den dortigen Segelfliegern herzlichst begrüßt und versorgt. Herzlich Dank noch mal an Frederico Buscema!

2019.10.06 Die Ruta 40 zeigt uns unsere Grenzen

Eigentlich wollten wir am heutigen Tag um 06:00 Uhr starten, aber nachdem es am Vorabend sehr spät wurde, schaffen wir es gegen 06:45, noch ohne Frühstück, los zu kommen.

Bei leichtem Regen und sehr tiefen Wolken einer durchgezogenen Kaltfront folgen wir der Ruta 40 weiter nach Norden.

Alle 30 min begegnet uns in den ersten Stunden einmal ein Auto oder ein LKW. Auf den langen kerzengeraden Strecken, mit dem Blick über die unendlichen Weiten der Pampa, muss man acht geben nicht einzudösen. Aber das dies nicht passieren kann, dafür sorgen die immer wieder auftauchendenn Schlaglochstrecken.

38 km kerzengerade aus! Der Himmel macht nach der durchgezogenen Kaltfront wieder auf.
Ruta 40 zwischen Perito Moreno und El Bolson

Rio Mayo, ein argentinischer Militärposten mit eigenem Flughafen, liegt noch in völliger Ruhe. Leider finden wir die Tankstelle nicht und da auch niemand auf der Straße ist, fahren wir weiter in der Hoffnung demnächst wieder eine Tankstelle zu finden.

In Facundo gleiches Spiel – keine Tankstelle.

Zusätzlich frischt der Wind aus Nordwest erheblich auf und bremst mit ca. 45 bis 60 km/h unsere Fahrt erheblich. Zudem geht der Spritverbrauch dramatisch in die Höhe. Mit einer Reserve von ca. 60 km, was für die Ruta 40 absolut nichts ist, kommen wir nach Gdor Costa, wo es sogar zwei Tankstellen gibt!

Wir tanken, bestellen Essen, wir hatten ja noch nichts gefrühstückt und warten dann über eine Stunde auf ein verkochtes und leicht geschmakloses Mittagessen! Das nächste mal Frühstücken wir wieder richtig, mit frischem Obst und lassen dann das Mittagessen ausfallen.

Vollgetankt machen wir uns auf den Weg zu unserem Tagesziel Bariloche.

Dies war ein perfekter Fahrbahn Abschnitt – aber sind da vorne nicht schon wieder Schlaglöcher?

Die Fahrt wird nun langsam zur Tortur, der Wind wirft uns von der einen auf die andere Seite der Straße. Wenn ein LKW vorbei fährt, wirft es das Wohnmobil zuerst in Richtung LKW und nach dem passieren dieses LKW, wieder zurück. Jetzt sind gute Nerven gefragt.

Neben dem Wind machen uns immer wieder die Passagen mit tausenden größerer und kleinerer Schlaglöcher zu schaffen. Gleichzeitig auf Wind und Schlaglöcher zu achten – nicht so einfach.

Wir liegen gut in der Zeit für ein Asado in Bariloche, als unvermittelt der Motor ruckt und an Leistung verliert!?! Wir halten am Straßenrand an, sichern notdürftig die Haltestelle und öffnen den Motorraum…….

Mist – der ganze Motoraum ist komplett ölverschmiert – sieht nach einem größeren Schaden aus!

Gott sei Dank hält ein Argentinier mit seinem Ford Pickup und bietet sich an uns abzuschleppen. Immerhin sind es rund 50 km zur nächsten Werkstatt in El Bolson. Mit einem provisorischen 4 m langen Seil, welches insgesamt 8 mal reißt, wird die Tour zum extrem anstrengenden Geduldsspiel. Da Sonntag ist, schleppt uns der nette Argentinier zu Martin einem Freund von Klaus und Christian der in El Bolson eine Paragliding Schule betreibt. Hier können wir unser gestrandetes WoMo erstmal abstellen, bis der Mechaniker am nächsten Tag es begutachten wird.

Eineinhalb Stunden abschleppen mit 8 mal Seil flicken – das erfordert Konzetration und Geduld

Zusammen machen wir bei Martin und seiner Familie Pizza´s und lassen den Schreck bei einem guten Glas Malbec erst einmal sacken.

2019.10.05 On the long road to Olmue´

Nach unserer Ankunft am späten Nachmittag mit der Linie in Calafate, fahren wir mit dem Taxi auf direktem Weg zu unserer Unterkunft Brillos Patagonicos. Wir müssen unser Wohnmobil für den am nächsten  Tag beginnenden Rückweg beladen und präparieren. http://://www.brillospatagonicos.com

Bei der Ankunft informiert uns Markus, dass Ramona am Vortag einen Unfall beim Paragleiten hatte und nun im Krankenhaus auf der Intensivstation liegt! Schock – was war passiert? Da niemand den Start an der Hangkante über El Calafate wirklich vollständig beobachtet hat, sind alle Erklärungsversuche Spekulation.

Wie es aussieht hat Sie sich das Steißbein ernsthaft verletzt. Die in der Nacht angesetzte Operation verlief Gott sei Dank gut. Markus hatte nicht nur die Bergung organisiert, sondern auch alle weiteren Abwicklungsthemen mit Krankenhaus, Familie, Botschaft, Versicherung usw.

Wir wünschen Ramona auch auf diesem Weg beste und vollständige Genesung!

Wie es aussieht wird Sie im Laufe der kommenden Woche nach Deutschland zu einer weiteren Operation geflogen.

Wir müssen Markus am nächsten Morgen leider alleine lassen und uns auf den Weg nach Norden begeben. Immerhin warten rund 3.000 km Fahrt quer durch Patagonien auf uns.

Nach einem Stopp im Supermarkt und einem kurzen Abstecher zum Flugplatz, um uns von allen Verantwortlichen nochmals zu verabschieden, können wir gegen 14:00 Uhr endlich los.

Es geht die Ruta 40 Richtung Norden.

Wir fahren die Strecke bis zum Lago Viedma auf dem gleichen Weg wie normal nach El Chalten. Dann geht es rechts weiter nach Tres Lagos einem kleinen sehr schmucken Ort in der Weite der Pampa.

In der Ferne können wir im Westen die Berge der Cordiliere erkennen, dort wo wir normalerweise fliegen. Je weiter wir nach Norden kommen, um so eintöniger wird die Strecke und um so gerader werden die Teilabschnitte.

Wir nutzen jede Möglichkeit Sprit zu tanken, was sich als sehr gute Entscheidung herausstellt, denn nicht jede eingezeichnete Tankstelle hat geöffnet.

Auf der Strecke haben wir zur Krönung noch ca. 80 km „gravelroad“ zu bewältigen! Eine Herausforderung für Fahrzeug, Fahrer und Beifahrer. Wir schaffen die 80 km in knapp 2 Stunden und sind heil froh wieder auf einer geteerten Strecke fahren zu können.

Abendstimmung über der Pampa

Die Freude währt aber leider nur kurze Zeit, denn dann erscheinen plötzlich rote Schilder mit der Aufschrift „Zona de baches“! Was dann folgt sind Schlaglöcher in der Größe bis zu einem Scheunentor und teils so tief wie ein gelegter LKW-Reifen.

Mit einer Ausweich- und Fahrtreduzierungsstrategie versuchen wir die immer häufiger auftretenden Straßenbereiche mit bedingtem Erfolg zu bewältigen.

Bei Dunkelheit erreichen wir Perito Moreno am Lago Buenos Aires. Neben der Tankstelle dürfen wir unser WoMo abstellen und sind froh endlich ins Bett zu kommen.

2019.09.27 Maintenance Tage

Da das Wetter keine großen oder hohe Flüge verspricht, nutzen wir den 26. und 27.09.2019 zu einer notwendigen Wartung unserer beiden Stemme.

Planung der Wartungsarbeiten

Bei der KKOP spinnt die Elektrik immer wieder und die Isolation des Auspuffrohres hat sich gelöst. Nach kurzer Suche ist der elektrische Fehler gefunden, ein Kabelschuh am Generator war ausgeleiert und lose, was letztendlich zu den Elektrikproblemen geführt hat. Vorsichtshalber werden die Massepunkte gereinigt und mit Kontaktspray behandelt. Das Ergebnis ist perfekt, keine Störungen mehr und auch das immer wieder auftretende Störgeräusch im Funk ist weg.

Für die Isolation des Auspuffrohres müssen wir erst entsprechendes Isoalationsmatrial besorgen, was sich als schwieriger als gedacht erweist. Erst in der vierten Ferretería (Werkzeug- und Metallwaren-handel) erhalten wir das notwendige Isolationsmaterial und Befestigungschellen.

Bei der KYTH lässt sich nach einem unbeabsichtigten, durch eine Böhe verursachtem schnalzen lassen der Kühlluftklappensteuerung, die Klappen und der Motordom nicht mehr schließen. Nach längerem suchen stellt sich heraus, dass sich die rechte Kühlluftklappe verhackt hat. Folge dieses verhacken ist, dass sich der Bowdenzug gelängt hat, was ein nachstellen des selben notwendig macht.

Die Arbeit ist schon fast erledigt!

Nachdem die gesamte Verkleidung abgebaut ist, nutzen wir die Gelegenheit den Motor komplett durchzuchecken, Kühlwasser und Öl nachzufüllen, zu tanken, sowie den Flieger insgesamt durchzuschauen und zu reinigen.

Auf nach Hause!

2019.09.25 Celebrating the Champion

Mit dem Flug vom 19.09.2019 hat sich Klaus auf den letzten Metern den Titel des OLC World Champion 2019 gesichert! https://www.onlinecontest.org/olc-3.0/gliding/flightinfo.html?dsId=7606956

Champangnerkorken-Weitwurf-Contest

Das muss gebührend gefeiert werden!

Wir besorgen argentinischen Champagner, bereiten Häppchen vor und treffen uns mit unseren Científicos in unserer cabaña zu einem feucht fröhlichen Abend!

Stemme Team, bigair Team und die Wissenschaftler von der DLR beim fröhlichen Feiern

Dann packt Klaus seine Gitarre aus und nun geht es erst richtig los. Die meisten Lieder können wir mitsingen. Nicht immer schön – aber dafür laut!

Volle Konzentration trotz später Stunde!

Es wird ein sehr langer Abend!

2019.09.24 Angewandte Meteorologie

Nachdem die Wettervorhersage wieder hochreichende Wellen vorhersagt, will Klaus wieder den Höhenflugrekord (maximale Steighöhe im Segelflug – nicht maximale absolute Höhe) angehen, während Thomas mit unserem Meteorologen Markus Garhammer möglichst viele Wellen und Wolkenbilder erfliegen will.

Nach einer Wartezeit von 2 Stunden für den Flugplan, dürfen wir gegen 15:00 Uhr Richtung Westen gegen die deutlich ausgeprägten Wellenstukturen starten.

Schon nach kurzer Motorlaufzeit erreichen wir westlich von Calafate Stadt die ersten Rotoren. Schnell geht es auf 6.000 m. Klaus verbschiedet sich um seinen Höhenrekord zu probieren, während wir den Wellenaufreihungen gegen Norden folgen.

Perito Moreno Gletscher

Erstmalig können wir vom Uppsala Gletscher aus ins Eisfeld hinein schauen. Gerne würden wir weiter nach Norden vorfliegen, aber dort verläuft die chilenische Grenze, welche wir nicht überfliegen dürfen! Wie einfach haben wir es doch als Segelflieger in Europa!

Circo de los Altares

Markus ist begeistert, kommentiert die Wolkenbilder und läßt seine Kamera klicken.

Mystische Stimmung um die Torres

Wir versuchen die Sekundärwelle östlich des Uppsala Gletschers, die ebenso hervorragend funktioniert und fliegen weiter nach Norden Richtung Fitz Roy vor. Da meldet sich Klaus, der seinen Höhenflug in 9.300 m wegen technischer Probleme mit einem seiner Sauerstoffgeräte abgebrochen hat wieder und trifft sich mit uns nördlich des Fitz Roy.

Primärwelle südlich des Uppsala Gletschers, Sekundärwelle südlich desViedma Gletschers, Tertiärwelle eine Hügelkette weiter östlich über dem Viedmasee. Nahzu gleiche Steigwerte in allen drei Wellen.

Wir wagen uns noch etwas weiter nach Norden Richtung Lago San Martin, aber aufgrund des Windfeldes müssten wir noch weiter nach Westen Richtung des O’Higgens Gletscher. Aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit entscheiden wir uns dagegen und fliegen wieder zurück.

Auch die Tertiärwelle östlich des Upsalagletschers trägt hervorragend, Markus ist begeistert!

Wir surfen weiter nach Süden und südlich des Perito Moreno Gletscher steht eine beieindruckende Lenticulares am Himmel. Wir fliegen zu deren tiefer gelegenen Rotorwolken und finden uns in einem Aufwind mit bis zu integrierten 13,4 m/s wieder! Das entspricht einer Vertikalgeschwindigkeit von 48 km/h – Wow!!!

Langsam geht die Sonne unter, sodass wir uns auf den Heimweg machen. Genauso wie es vor der Rotorwolke hoch ging, geht es im Lee auch wieder bergab. Wir sind froh über unsere Ausgangshöhe von 6.000 m, da es ansonsten etwas eng mit dem Anflug auf Calafate geworden wäre.

Bei Windgeschwindigkeiten von ca. 50 km/h, in Böhen bis 75 km/h empfiehlt sich eine Höhe über Grund von 600 m beim Eindrehen in den nahe am Platz liegenden Queranflug. Die Landung fühlt sich dabei trotz 150 km/h Anfluggeschwindigkeit ehr wie eine Hubschrauberlandung an.

Reste der Lenti verglühen am Himmel